Welpenspielstunde, eine Erfindung der Natur?

Im kindlichen Hundealter müssen die erzieherischen Grundvoraussetzungen für das spätere Hundeleben gesetzt werden.

Grundsätzlich gehe ich mal davon aus, dass das neue Familienmitglied von einem verantwortungsvollen Züchter stammt.

Ein Welpe kommt im Alter von 8 bis 12 Wochen in sein neues Zuhause, was bedeutet, dass er aus seinem bisherigen Umfeld herausgerissen wurde. Von jetzt auf gleich wird der Welpe aus seiner Familie (Mutter und Geschwister) gerissen.

Am Besten nimmt man Urlaub, so dass man sich dem Welpen intensiv widmen kann. Nach ein paar Tagen Eingewöhnung kann man mit einfachen Übungen anfangen. Wichtig ist, dass er keine Angst hat und nicht zu aufgeregt ist. Man sollte den Welpen nicht mit Spielzeug überschütten, sondern viel mit den Händen spielen (auch wenn es mal piekst). So kann man an der Beisshemmung trainieren und gleichzeitig gewöhnt sich der Welpe daran sich überall anfassen zu lassen. Auch sollte man immer mal wieder die Zähne spielerisch kontrollieren, das hilft für später beim Tierarzt.

Welpenunterricht soll gezielt auf das Verhalten der kleinen Racker einwirken, es herrscht „kein Geschrei“, sondern es wird ruhig mit positiven Verstärkern gearbeitet. Wichtig ist, dass in solchen Trainingsstunden gut sozialisierte Hunde verschiedenen Alters integriert werden.

Welpenspielstunden??
Was soll ein Welpe von einem anderen Welpen lernen?
Der zappelt genauso an der Leine wie ich …. Klappt doch 🙂
Hier könnte man noch einiges dazuschreiben, aber ich denke wir lassen das.

Leider stelle ich oft fest, dass in sog. Welpenspielstunden die meisten Anwesenden mit hoher Stimme ihre „Befehle“ geben oder der Welpe „zugetextet“ wird. Bei jeder „geglückten“ Übung wird sofort intensiv gestreichelt und gelobt. Der Welpe wird ohne Signal und Struktur abgeleint, wenn spielen angesagt ist. Glauben sie mir, hier werden die ersten gravierenden Fehler gemacht und genau diese prägt sich der Welpe ganz genau ein. Es wird später schwerer das Verhalten beim Ableinen (zu jedem Hund oder Mensch rennen, hochspringen) zu trainieren. Ich möchte nicht sagen, dass regelmäßige Kontakte mit anderen Welpen negativ sind, sondern einfach ein Teil des Hundelebens sind und auf keinen Fall im Vordergrund stehen sollen.

Im Vordergrund steht der/die Hundehalter(in) (nicht der Hundetrainer 🙂 ) damit sich im Laufe der Entwicklung ein harmonisches, vertrauensvolles Mensch/Hund Team entwickeln kann.

Günther_Güntercover woelfisch fuer hundehalter 50 hier mit Günther Bloch, Wolfsforscher

Welpenschule, eine Erfindung der Natur?

Nehmen wir doch einfach ein Wolfsrudel als Beispiel. Sollte nun die Wolfsmutter zu ihren Welpen sagen: Kommt wir gehen zum Nachbarrudel und spielen, wäre das für ihre Welpen der sichere Tod. Welche Mutter würde ihre Welpen in den sicheren Tod schicken? KEINE und deswegen sind in der Natur keine Welpenspielstunden vorgesehen.

Hier erkennt man also, dass so genannte Welpenspielstunden eine wenig sinnvolle Erfindung von Hundeschulbetreibern sind.

Richtige, artgerechte Kommunikation kann meiner Meinung nach nur in sehr kleinen Gruppen (zwei bis höchstens vier Hunde) erlernt werden. Diese Gruppe sollte natürlich nicht nur aus Welpen bestehen, sondern es ist wichtig auch Junghunde und erwachsene Hunde zu integrieren. Die Hunde sollten sozialisiert sein, denn ACHTUNG:

ES GIBT KEINEN WELPENSCHUTZ!!

So stelle ich mir eine artgerechte Welpenerziehung vor, denn der Welpe soll  lernen, sich auch mal zurückzunehmen. So erkennt der Welpe, dass es in der Hundewelt nicht nur Streicheleinheiten und Leckerlies gibt.

Ich unterscheide folgende, verschiedene Spielverhalten:

ð Spielende Welpen eines Wurfes, welche völlig zu Recht ihre „sozialen Machtkämpfe“ austragen und so natürliches Verhalten erlernen.

ð Organisierte Spielstunden, in denen alle Rassen unvermittelt aufeinander treffen und sich die Welpen oftmals nur bekriegen und damit keinerlei soziales Verhalten erlernen. Sie werden nur noch unsicherer was natürlich Folgen für die spätere Erziehung hat.

Welpenerziehung mit Privatunterricht

Hier lernt der Welpe die ersten Grundsätze der Benimmregeln mit Spaß, Freude und Disziplin. Glauben Sie mir und meiner Erfahrung, auch wenn es gerade bei so süßen kleinen Welpen manchmal schwer fällt:

IHR HUND WIRD ES IHNEN DANKEN!

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